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Menschen aus Chemnitz

hier werden Menschen vorgestellt, die sich in und um Chemnitz verdientgemacht haben.
Diese Liste zeigt die nächsten "Kanditaten".


 

Johann Zimmermann

Robert Hoesel

Gottfried Schleenhain

Dr. Walter Linse


Michael Ballack

Jutta Müller


Stefan Heym

Erich Basarke

Louis Tuchscherer

Paul Neefe

Uri Schalit

 

 


 


 

Johann von Zimmermann


27.03.1820 - 02.07.1901
Zimmermann war der Gründer der ersten Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik, Ritter der Ehrenlegion und Ehrenmitglied der Académie Nationale. Er trug den Titel königlich-sächsischer Kommerzienrat, später Geheimer Kommerzienrat. Chemnitz und seine Heimatstadt Pápa ehrten ihn mit der Ehrenbürgerschaft.

Zimmermann

Zimmermann gilt als der Begründer des Werkzeugmaschinenbaus in Deutschland. Seine im Jahr 1848 in Chemnitz gebaute Fabrik war die erste Fabrik Deutschlands und des Festkontinentes zum Bau von Werkzeugmaschinen. Damit wurde Chemnitz zur Wiege des deutschen Maschinenbaus und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum wichtigsten Maschinenbaustandort in DeutschlandZimmermann wurde mit Verleihung des Eisernen Kronenordens 3. Klasse am 25. Januar 1877 in Wien in den österreichischen Ritterstand erhoben. Die sächsische Anerkennung des Adels erhielten am 23. Mai 1878 in Dresden seine Söhne Maximilian, Direktor der Zimmermann’schen Werkzeugmaschinenfabrik in Chemnitz, und Johannes Ritter von Zimmermann, später Bankier und königlich-sächsischer Oberleutnant der Landwehr.

Persoenlichkeiten

Der geheime Kommerzienrat von Zimmermann war als einfacher Schlosser nach Chemnitz gekommen und hatte sich zum Großindustriellen emporgearbeitet. Die günstigen Erfolge, die er bei Anwendung der Naturheilkunde in der eigenen Familie sah, machten ihn zu einem begeisterten Anhänger dieser Heilweise, für deren Ausbreitung er dann reichliche Mittel aufwendete. 

Persoenlichkeiten

1885 stiftet er 300.000 M zum Bau einer auf Naturheilverfahren beruhenden Heilanstalt der Stadt Chemnitz. Er überläßt zum Bau der Natur-heilanstalt schenkungsweise ein Grundstück von 12.000 m², später wird das Gelände auf 32.000 m² erweitert.

Persoenlichkeiten Persoenlichkeiten

Quellen: Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V. (LSK), Johann von Zimmermann Förderer der Naturheilkunde in Chemnitz.Persoenlichkeiten

 

 

 


 

Robert Hösel


geboren am 14. Oktober 1807 in Chemnitz
, gestorben am 4. September 1873
Robert Hösel der bedeutendste Vertreter und Förderer der Chemnitzer Buntwaarenfabrikation, hat ähnlich wie Becker und Hartmann sich aus den dürftigsten Verhältnissen emporarbeiten müssen.
Hösel wurde am 14. Oktober 1807 in Chemnitz geboren, wo sein Vater, der Webermeister war, sich ohne Erfolg mit Land- und Gastwirtschaft abmühete.
 
Persoenlichkeiten

Die Pachtung eines Hammerwerkes im Erzgebirge nahm in Folge der Kriegsleiden von 1812–13 ein unglückliches Ende, die Familie zog wieder nach Chemnitz und erschwang ein dürftiges Brot auf geliehenen Webftühlen. Bald starb der Vater und auf unserem Hösel lag die Sorge für Mutter und Geschwister. Fleiß und Sorgsamkeit in Außführung der ihm gewordenen Aufträge erwarben unserem H.sel die Achtung seiner Auftraggeber, und diese setzten ihn in den Stand auf einer größeren Anzahl Webftühle arbeiten zu lassen, so daß die Verhältnisse der Familie sich wesentlich besserten.
Jetzt konnte Hösel seinem Wunsche, in seinem Fache eine höhere Ausbildung anzustreben, nachgehen, indem er als Faktor in die berühmte Liebig’sche Fabrik in Reichenberg eintrat und hier zuerst erkannte, was Großindustrie sei. Mit bedeutend erweiterten Fachkenntnissen, sowie mit Mut und Tatkraft kehrte er nach einigen Jahren nach Chemnitz zurück, wo er sich am 28. Februar 1882 als Weberfackor in bescheidenem umfange etablierte. Er fertigte zunächst Kleiderstoffe, die durch Eduard Lohse Absatz fanden und von Monat zu Monat konnte er mehr Mitarbeiter beschäftigen.
Er fasste den Beschluß, noch eine zweite Branche in Angriff zu nehmen: die Möbelstofffabrikation, die es in Chemnitz damals noch nicht gab. Aber es fehlten alle Hilfsmaschinen und Mitarbeiter, so daß z. B. die Jacquardkarten mit der Hand ausgeschlagen werden mußten, und so gab es große Schwierigkeiten zu überwinden. Schließlich gelang daß Unternehmen bestens und damit war die Chemnitzer Weberei durch ihre jetzt wichtigste Branche bereichert.
Nun besuchte er auch die Leipziger Messen mit gutem Erfolge und begann seine Waren selbst zu vertreiben. Daß Geschäft war so groß geworden, daß sich ein kaufmännischer Betrieb nötig machte, und so verband sich Hösel 1845 mit dem Kaufmann Heydenreich, wodurch die Metamorphose des Weberfakors in den Großfabrikanten vollendet war.
In die nächsten Jahre fiel die Einführung der Fabrikation wollener Damafste, die erst auf Handstühlen gefertigt wurden, für die aber bald Maschinenstühle (nicht ohne Kampf gegen Vorurteile) eingeführt werden mußten.
Hösel und Heydenreich acquirirte die umfangreichen Localitäten der Pflugbeil’schen Kattundruckerei und hier ging’s mit Riesenschritten vorwärts, so daß bald die erst viel zu groß scheinenden Räume mehrfach erweitert werden mußten.

Persoenlichkeiten

Im Jahre 1851 erwarb Hösel die Gebäude der seit 1771 betriebenen Kattundruckerei von Benjamin Gottlieb Pflugbeil in der Niclasgasse zwischen Kappelbach und Chemnitzfluss gelegen. Er baute den Gebäudekomplex zu einer mechanischen Weberei mit Färberei und Appretur aus. Mit seinen durch Dampfkraft betriebenen Jacquardwebstühlen begründete Hösel die mechanische Möbelstoffweberei in Chemnitz.
Im Jahr 1859 trat Heydenreich aus dem Geschäfte aus und errichtete für sich die erste Nähfadenjspinnerei Sachsenes, Hösel aber nahm seinen Sohn Robert jun. und seinen Schwiegerfohn Eduard Stadt als Teilhaber in daß Geschäft auf. In dieses war bereits als wiederum neue Branche für Sachsen die Fabrikation der Moleskins eingeführt, woran sich – und immer in großem Maßstabe – noch die Anfertigung der Velvets und der Morevns schloß.
Die Räume wurden wieder zu eng und es mußte eine zweite Fabrik für mechanische Weberei errichtet werden. Außerdem wurde eine Baumwollenspinnerei von 10 000 Spindeln mit der Webfabrik verbunden, für welche selbstverständlich Färbereien, Bleichereien und alle Arten von Appreturanstalten längst eingerichtet waren. So beschäftigte die Firma R. Hösel & Co. gegen 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den geschlossenen Etabliffements und mehrere hundert Handweber außerhalb der Fabriken.
Die Periode der Gründungen ging, trotz vielfachen Lockungen, an Hösel spurlos vorüber und als am 4. September 1873 der rüstige Mann nach dem Besuche der Wiener Ausstellung plötzlich starb, war alles so geordnet, daß das Geschäft unter den genannten Schwägern einen weiteren Aufschwung nehmen konnte.
Neben seinem Fabriken beteiligte sich Hösel zu lebzeiten nur noch an der Errichtung der Chemnitzer Gasanstalt, sonst lebte er ganz in seinem Geschäft und seiner Familie.
Die Weberei Robert Hösel & Co. ging 1886 in den Besitz der Familie Stadt über. Im Jahre 1900 produzierten hier 400 Webstühle, die Beschäftigtenzahl betrug 600 Mitarbeiter. 1925 wurde das Unternehmen in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, die bis zum Beginn des 2. Weltkrieges eine führende Stellung in der deutschen Möbelstoffindustrie einnahm.
Bei dem Luftangriff auf Chemnitz am 5. März 1945 erlitt der Betrieb schwere Zerstörungen. Nach dem teilweisen Wiederaufbau übernahm 1954 der VEB Möbelstoff- und Plüschweberei Hohenstein-Ernstthal die Gebäude und betrieb hier bis 1990 seinen Zentralversand. Im August 1992 erfolgte der Abriss der Gebäude; an ihrer Stelle entstand 1994/95 der Bau des Büro- und Geschäftskomplexes "Falkeforum".

Persoenlichkeiten
Robert Hösel war sehr glücklich verheiratet und Vater einer kinderreichen Familie. In der ersten Periode seiner Geschäftsführung war die vielsorgende Hausfrau zugleich auch die unermüdlichste Gehilfin in der Werkstatt. Ihr gebührt ein Antheil an dem geschäftlichen Rufe ihres Gatten. Die Firma Richard Hösel & Co. wurde auf jeder der größeren Industrieausstellungen mit den ersten Preismedaillen bedacht, Hösel selbst, der bescheidene Mann, der äußerem Glanze ganz fremd war, wurde 1867 zum Ritter des Albrechtordens und 1870 zum Commerzienrath ernannt
Quelle: Wikipedia AD Rbert Hösel
Persoenlichkeiten

 

 

 


 

Gottfried Schleenhain


geb. 1845 in Kayna, gest. 1916 in Chemnitz

In alten Chemnitzer Familien wird der verhaltene Fluch noch "mit vorgehaltener Hand" überliefert: (Wem es hier nach einem gotteslästerlichen Fluch war, den er dann doch nicht über die Lippen bringen wollte, rettete sich in einen Namen): "Gottfried Schleenhain."
Der war einstens stadtbekannt wie seine weit verzweigte Familie zwischen Klosterstraße und Kaßberg und dem restlichen Sachsen. Auf dem Städtischen Friedhof zeigt ein weißes Basrelief im Familien-Erbbegräbnis krönend gleichsam Schleenhains Porträt: Schuhmachermeister und Wirt, Hausbesitzer und Verseschmied: Schleenhain von der Börnichsgasse war ein Original, ein Pointenfreund voller Unternehmersinn und Mutterwitz.

 Persoenlichkeiten
Der alte Gottfried Schleenhain aber war an der Inneren Klosterstraße, Höhe Marktgässchen und Börnichsgasse zu Hause. Dort lagen seine Geschäftshäuser, offenbar lukrativ, denn der Hausbesitz an der Hübschmannstraße/Weststraße hatte dann daraufhin auch seine Rendite: Nr. 5, Nr. 7, Nr. 9, Nr. 11. Die Nr. 9 neben dem Eckhaus Nr. 11 auf Witwe Margarete überschrieben, die Nr. 7 auf "Gottfried Schleenhain, Weststraße 53", aber das Haus gehörte selbst 1940 noch "William Schleenhain", dem selbstständigen Konditormeister von der Inneren Klosterstraße 17! Wie auch Nr. 15, also Ecke Börnichsgasse - die heutige Volksbank - mit dem "Schuhwarengeschäft Schleenhain". Bis zu den Fliegerbombenangriffen 1945 und den Enteignungen nach alliiertem Recht.
Die Kaßberg-Häuser Schleenhains freilich blieben bis heute - im Gegensatz zu den Schleenhainschen Innenstadtbauten - erhalten. Schleenhains Inserate und Geschäftsannoncen sind zumeist mit volkstümlichen Reimereien versehen, die im alten Chemnitz alsbald von Mund zu Mund gingen. Zumeist mit der Pointe: "edelfein wie schleenhain." Schon der Name verheißt Blütenpracht in Frühlingslandschaftswärme. Schleenhain, weißblühender gehegter Hain der widerstandstüchtigen Wurzelkriechpioniere.
Quelle: Stadtstreicher Chemnitz
Persoenlichkeiten

 

 

 


 

Michael Ballack


geboren am 26. September 1976 in Görlitz

Michael Ballack ist ein deutscher Fußballspieler und aktueller Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft. Er spielt seit der Saison 2006/07 in der englischen Premier League für den FC Chelsea London, an den er bis zum Sommer 2009 vertraglich gebunden ist.

Persoenlichkeiten
Ballack ist bekannt für seine vielseitige und anpassungsfähige Spielweise, die es ihm ermöglicht, ebenso effektiv am Angriffsspiel teilzunehmen wie Defensivarbeit zu verrichten. Dabei kann er nahezu jede Rolle im Mittelfeld bekleiden, darunter in der vorgezogenen Position in der Offensive, als zentraler defensiver Mittelfeldakteur und über beide Außenpositionen. Seine wohl größte Stärke entwickelte er dabei bei Bayer 04 Leverkusen im so genannten „Box-to-Box-Spiel“, wie das Mittelfeldspiel zwischen dem eigenen und dem gegnerischen Strafraum genannt wird. Dort fungierte er als zentraler Mittelfeldspieler im 4-3-3-System von Klaus Toppmöller und übernahm in gleichem Maße Offensiv- wie auch Defensivaufgaben.

 Persoenlichkeiten

Im weiteren Verlauf seiner Karriere entwickelte Ballack beim FC Bayern München unter der Führung von Ottmar Hitzfeld und Felix Magath seine Position weiter. Seine Vorstöße in die Offensive wurden seltener, und er diente als zusätzliche Absicherung der Vierer-Abwehrkette sowie als Ballverteiler. In der deutschen Nationalmannschaft spielte er aber zumeist weiter sein ursprüngliches „Box-to-Box-Spiel“.
Ballack gilt als einer der weltweit besten Kopfballspieler und ist zudem mit beiden Füßen gleich schussstark. Mit diesen Fähigkeiten wurde Ballack in den Jahren 2002, 2003 und 2005 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt und wird in der Häufigkeit dieser Ehrung nur von dem vierfachen Titelträger Franz Beckenbauer übertroffen.
Ballack wurde 2004 vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum Mannschaftskapitän und Nachfolger von Oliver Kahn in diesem Amt ernannt und behält diese Aufgabe auch unter der neuen sportlichen Leitung von Joachim Löw.  Ballack trägt im Verein wie auch in der Nationalmannschaft stets das Trikot mit der Nummer 13. In seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern spielte er in Bundesliga und Champions League dagegen mit der Nummer 3.

Persoenlichkeiten
Michael Ballack begann mit dem Fußballspielen bei der BSG Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt. Seine Eltern schickten ihn im Alter von sieben Jahren zum Training mit der dortigen Mannschaft, wo er dem Trainer Steffen Hänisch, der selbst in der zweiten Liga der DDR gespielt hatte, sofort auffiel. Besonders beeindruckend für Hänisch war die für Ballacks Alter außergewöhnlich weit entwickelte Technik und seine Fähigkeit, beidfüßig zu schießen.
Er spielte sich in die Mannschaft seiner Altersklasse und kam zu seinem allerersten Spiel beim 2:1-Sieg gegen Motor Ascota Karl-Marx-Stadt. Mit der zunehmenden Anzahl von Partien wurde sehr schnell das Talent von Ballack deutlich, der zudem damit begann, die Mannschaftsführung auf dem Spielfeld zu übernehmen. Zudem entwickelte er eine beeindruckende Torgefährlichkeit und kam in seiner dritten Saison auf 57 Treffer in nur 16 Spielen. Im Jahr 1988 wechselte er zu einem ungleich größeren Verein: dem FC Karl-Marx-Stadt, der später in Chemnitzer FC umbenannt wurde.
Das hoffnungsvolle junge Talent kam schnell zu weiteren Erfolgen. Noch im selben Jahr gewann er mit seinem neuen Verein die Bezirks-Hallenmeisterschaft und entwickelte sich unter seinen neuen Trainern Jürgen Häuberer und Eberhard Schuster weiter, um drei Jahre später die sächsische Hallenmeisterschaft zu gewinnen. Nach drei weiteren Jahren errang er 1994 für den Chemnitzer FC die U-19-Meisterschaft des Freistaates.

 Persoenlichkeiten

Im Jahre 1995 erhielt Ballack aufgrund der beeindruckenden Leistungen als zentraler Mittelfeldspieler seinen ersten Profivertrag. In Anlehnung an Franz Beckenbauer erhielt er während dieser Zeit den Spitznamen „kleiner Kaiser“. Am 4. August 1995 debütierte er am ersten Spieltag der Saison 1995/96 in der 2. Bundesliga und verlor – trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Silvio Meißner – mit 1:2 gegen den VfB Leipzig. Im Laufe der Saison kam Ballack zu insgesamt fünfzehn Einsätzen, stieg jedoch mit seinem Verein in die Regionalliga Nordost ab. Ein persönlicher Höhepunkt war dennoch am 26. März 1996 sein erstes Spiel für die deutsche U-21-Nationalmannschaft.
In der darauf folgenden Spielzeit wurde Ballack endgültig zum Stammspieler und scheiterte mit dem Wiederaufstieg von Chemnitz in die Zweitklassigkeit nur knapp, wobei er alle Partien absolviert und dabei zehn Tore für die „Himmelblauen“ geschossen hatte. Im Sommer 1997 folgte dann aber sein weiterer persönlicher Aufstieg, als Otto Rehhagel ihn für den soeben in die Bundesliga aufgestiegenen 1. FC Kaiserslautern verpflichtete.
Am 26. März 1996 stand Ballack gegen Dänemark, kurz nach seinem Wechsel in die Profiabteilung von Chemnitz, für die U-21-Auswahl erstmals in einer deutschen Nationalmannschaft. Dort kam er insgesamt zu 19 Spielen und vier Toren. Nach seinem Wechsel zu Kaiserslautern wurde er von Berti Vogts erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. Sein erstes Länderspiel absolvierte er am 28. April 1999 in Bremen unter dem Trainer Erich Ribbeck bei der 0:1-Niederlage gegen Schottland, als er nach einer Stunde für Dietmar Hamann eingewechselt wurde.
Bei seiner Teilnahme an der Euro 2000 in den Niederlanden und Belgien kam Ballack während des gesamten Turniers auf lediglich 63 Einsatzminuten. Bis zur WM 2002 wurde aus dem vormaligen Ergänzungsspieler dann aber ein Führungsspieler. Bei dieser Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea entwickelte sich Ballack neben Oliver Kahn zu einem zentralen Leistungsträger in dem deutschen Team. Seine drei Tore gegen die Ukraine in den Play-off-Spielen zur WM-Qualifikation hatten der deutschen Mannschaft zuvor erst den Weg nach Asien ermöglicht, wo er dann einen großen Anteil am Endspieleinzug hatte. Er schoss die jeweils einzigen Tore zu den 1:0-Siegen gegen die Vereinigten Staaten und Südkorea, nach denen die deutsche Mannschaft dann im Endspiel stand. Ein Umstand, der seine vorherigen Kritiker jedoch noch mehr beeindruckt hatte, war sein taktisches Foul im Halbfinale gegen den Gastgeber, das eine große Torchance des Gegners verhinderte, aber auch dazu führte, dass er die daraus resultierende gelbe Karte in Kauf nahm und die damit verbundene eigene Sperre für das mögliche Finale bei einer Fußball-Weltmeisterschaft als Opfer bot. Wenige Minuten nach Erhalt der gelben Karte schoss er Deutschland mit dem entscheidenden Tor zum 1:0 ins Endspiel. Nach der erneut enttäuschend verlaufenden Euro 2004 in Portugal, als Jürgen Klinsmann als neuer Nationaltrainer Rudi Völler beerbte, wurde Ballack zum neuen Mannschaftskapitän ernannt.

Persoenlichkeiten

Im Eröffnungsspiel für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land musste Ballack gegen Costa Rica aufgrund einer Wadenverletzung passen, kehrte jedoch im zweiten Gruppenspiel gegen Polen zurück und bereitete in der letzten Vorrundenpartie gegen Ecuador ein Tor von Miroslav Klose vor. Beim 2:0-Achtelfinalsieg gegen Schweden kam er zu sieben gefährlichen Torschüssen aus der Distanz, konnte aber keinen davon in einen Treffer umwandeln. Dem folgte ein Erfolg über Argentinien nach Elfmeterschießen, bei dem Ballack die Flanke gab, die zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich von Klose führte, und die 0:2-Niederlage im Halbfinale gegen Italien, die in den letzten zwei Minuten der Verlängerung besiegelt wurde. Im Spiel um den dritten Platz, das Deutschland gegen Portugal mit 3:1 für sich entscheiden konnte, musste Ballack verletzungsbedingt pausieren. Ein Tor erzielte Ballack, neben seinem einzigen Assist gegen Ecuador, bei der Weltmeisterschaft nicht. Dennoch wurde er in den Spielen gegen Ecuador und Argentinien zum „Man of the Match“ gewählt und am Ende des Turniers in das All-Star-Team berufen.
Persoenlichkeiten
Bei der Europameisterschaft 2008 erzielte Ballack im dritten Gruppenspiel gegen Österreich per Freistoß den Treffer zum 1:0-Erfolg, der den Einzug ins Viertelfinale bedeutete. Beim 3:2-Sieg gegen Portugal erzielte er nach einer Freistoßflanke den dritten Treffer für Deutschland. Von der Expertenkommission der UEFA wurde er einen Tag nach der Endspiel-Niederlage gegen Spanien in das All-Star-Team der EM 2008 gewählt.

Quelle: WikipediaPersoenlichkeiten 

 

 

 


 

Jutta Müller

 

geboren am 13. Dezember 1928 in Chemnitz
Jutta Müller, geb. Lötzsch ist die weltweit bekannteste und erfolgreichste Eiskunstlauftrainerin. Ihre Schützlinge gewannen insgesamt drei olympische Goldmedaillen, zehn Weltmeistertitel, 18 Europameistertitel und 42 DDR-Meisterschaftstitel. Jutta Müller, Katarina Witt, Simone Lang und Constanze Gensel in Karl-Marx-Stadt, 25. Dezember 1984
Persoenlichkeiten

Ihre Eltern waren Marie Lötzsch geb. Prusky und Emil Lötzsch, 1930 Sachsen-Meister im Ringen. Jutta Müller hat eine Tochter, Gabriele Seyfert, aus erster Ehe mit Wolfgang Seyfert. Bis heute ist sie mit Bringfried Müller, einem ehemaligen DDR-Fußball-Nationalspieler verheiratet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jutta Müller zunächst Lehrerin für Deutsch, Musik, Rechnen und Sport, 1946 trat sie in die SED ein. In ihrer aktiven Zeit wurde sie von Charlotte Giebelmann betreut. 1949 wurde sie DDR-Meisterin im Paarlauf mit Irene Salzmann (infolge des Krieges gab es keine männlichen Partner). Im Einzellauf musste sie sich bei den DDR-Meisterschaften meist Inge Wischnewski geschlagen geben. Unter dem Namen Jutta Seyfert erreichte sie im Jahr 1953 den dritten Platz; im selben Jahr wurde sie DDR-Vizemeisterin im Rollkunstlauf.

Persoenlichkeiten Persoenlichkeiten

Jutta Müller studierte später an der DHfK Leipzig. Seit 1955 Eiskunstlauftrainerin, wurde sie in den folgenden Jahrzehnten eine der erfolgreichsten ihres Metiers der Welt. Sie führte zuerst ihre Tochter Gabriele Seyfert zu zwei Weltmeistertiteln 1969 und 1970. Danach trainierte sie Günter Zöller, Jan Hoffmann, Sonja Morgenstern, Marion Weber, Anett Pötzsch, Constanze Gensel, Katarina Witt, Simone Lang, Evelyn Großmann und Ronny Winkler.

Persoenlichkeiten Persoenlichkeiten

Für ihre Verdienste um den Eiskunstlauf wurde sie 2004 in die Hall of Fame aufgenommen. Am 12. Dezember 2008 wurde ihr das Ehrenbürgerrecht der Stadt Chemnitz verliehen. Zuvor war eine Klage gegen die Verleihung gescheitert. Ein in Wien lebender ehemaliger Chemnitzer klagte wegen der DDR-Vergangenheit gegen die Verleihung. Die Klage wurde aber am 11. Dezember 2008 vom Verwaltungsgericht Chemnitz als unbegründet zurückgewiesen.
Quelle: Wikipedia

Persoenlichkeiten

... manchmal trifft man Jutta Müller auch einfach an einem Freitag Nachmittag im Stadtpark ...Persoenlichkeiten

 

 

 


 

Stefan Heym

 

geboren unter dem Namen Hellmuth Flieg am 10. April 1913 in Chemnitz,  gestorben 6. Dezember 2001 in Israel

Persoenlichkeiten

Auf dem Kaßberg geboren, nahezu gleichaltrig mit den anderen gewichtigen Kaßbergkindern Lothar-Günther Buchheim, Stephan Hermlin, Werner Illing und Peter von Zahn, führte sogleich der literarische Erstling Stefan Heyms, der in der "Volksstimme" gedruckt wurde, zu größtem Aufsehen in der Chemnitzer Gesellschaft. Der Schüler flog vom Gymnasium und beugte sich nicht.

Persoenlichkeiten
Ob im USA-Exil, in den Zeiten des Korea-Krieges oder der erlahmenden Hoffnung einer deutschen demokratischen Republik im Osten Nachkriegsdeutschlands, jederzeit bot Stefan Heym den Erscheinungen die Stirn. Als 24jähriger redigierte er in New York seine Deutsche Volks-Zeitung, als 32jähriger Sergeant der US-Army stand er vor den Trümmern seines Elternhauses am Kaiserplatz, gab mit 37 Orden und Uniform angesichts des Koreakrieges zurück und kam knapp 40jährig in den Berliner Osten; da war er bereits ein weltbekannter Autor.

Persoenlichkeiten

In Chemnitz erinnert man sich an eine Jugendweiherede 1960 in der Friedrich-Engels-Oberschule, an Lesungen in den Bibliotheksräumen am Schillerplatz, Mitte der 50er Jahre schon, an gemeinsame Abende mit Karl Otto und Hanna Klose-Greger. Auch der Einladung, im Ehrenkomitee zur 800-Jahr-Feier Karl-Marx-Stadts mitzuwirken, wollte er entsprechen, was aber die Obrigkeit unter nicht geringem Aufsehen plötzlich verhinderte. Der 1990 erschienene Band "Nachruf" ist reich an anekdotischen Episoden im Zeichen einer unbeugsamen Stirn. Seine Geburtsstadt bot ihm allezeit zu wenig Freundlichkeit, vornehmlich die jeweilige Obrigkeit. Den "Chemnitzer Ernst" der Bürgerbewegung freilich akzeptierte er.

Persoenlichkeiten

Auf der unvergessbaren Kundgebung des 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz wurde Stefan Heym als "Nestor unserer Bewegung" fünf Tage vor dem Mauerende angekündigt. Wenige Wochen danach warnte Heym mit all seinem Gewicht davor, das Land für ein Linsengericht wegzugeben. Da wurde der Applaus für den Non-Opportunisten merklich leiser und seine lange auf westdeutschen Kanälen teure Präsenz merklich reduziert.
Persoenlichkeiten
Die Stirn des aufrechten Wortes blieb davon unverletzt. Heym blieb Sachwalter der Hoffnung, die Verhältnisse zu bessern in jeder Lage. Genaugenommen waren drei Einheimische an jener denkwürdigen Kundgebung maßgeblich beteiligt. Ullrich Mühe und Jutta Wachowiak, beide jeweils einige Spielzeiten am hiesigen Theater und auf dem Alex an der Seite Heyms. Von jenen "Chemnitzern auf Zeit" erhielt Jutta Wachowiak unlängst ein Bundesverdienstkreuz zugesprochen. Ein adäquater Sachverhalt für Heym ist bislang unbekannt. Obwohl? Obwohl... Solange nicht auch die nach Heyms Texten geschaffenen Filme zum festen Repertoire der größten Kinos seiner Geburtsstadt gehören, bleiben wir in Heyms Schuld. Und länger.
Am 2. Oktober 2001 wurde Stefan Heym die Auszeichnung "Ehrenbürger der Stadt Chemnitz" zu teil. Durch sein umfassendes Lebenswerk gehörte er zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.
Stefan Heym verstarb im Dezember 2001 in Israel.

Quelle: Addi Jacobi im Chemnitzer Stadtstreicher
Persoenlichkeiten

 

 


 

Dr. Walter Linse


23. August 1903 in Chemnitz; † 15. Dezember 1953 in Moskau

Persoenlichkeiten

Berlin-Steglitz, 8. Juli 1952, gegen 7.25 Uhr: Ein Herr mittleren Alters verlässt seine Wohnung in der Gerichtsstraße 12a und geht zur Arbeit. Plötzlich wird er von zwei jungen Männern brutal niedergeschlagen, in einen wartenden Opel Kapitän gestoßen und von zwei weiteren Männern verprügelt. Der Attackierte wehrt sich verzweifelt, doch vergeblich: Eiskalt schießen ihm die Kidnapper ins Bein, brechen so seinen Widerstand. Dann braust die Bande mit ihrem Opfer davon.
Passanten glauben zunächst an einen spektakulären Filmdreh. Doch sie sind Zeugen einer der aufsehenerregendsten Entführungen, die jemals von der Stasi verübt wurden.
Das Opfer: der in Chemnitz geborene und später nach Westberlin geflüchtete Rechtsanwalt Dr. Walter Linse, 49. Sein "Verbrechen": Linse war Abteilungsleiter im Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen (UFJ). Der UFJ prangerte Menschenrechtsverletzungen in der DDR an. Linse machte ungesetzliche Enteignungen öffentlich, wusste Bescheid über den Abbau von Atomwaffen-Uran in der DDR durch die Sowjets. Für die roten Machthaber war Linse ein Spion und "Konterrevolutionär". Obwohl eindeutige Beweise fehlten, trug der Menschenraub die Handschrift der Stasi. Der DDR-Geheimdienst hatte zuvor schon Dutzende politischer Gegner aus dem Westen brutal verschleppt. Auch Linses "konspirative Verhaftung" schien minutiös vorbereitet. Das Kidnapper-Auto war als Taxi getarnt. Ein VW, der die Verfolgung aufnahm, wurde durch Pistolenschüsse und ausgestreute "Krähenfüße" gestoppt. Ein Zeuge sah, wie der DDR-Schlagbaum am Grenzübergang Lichterfelde-Süd hochging, nachdem die heranrasenden Kidnapper ein Hupsignal gegeben hatten. Die DDR-Grenzer waren also über die Aktion vorab informiert.

Persoenlichkeiten

Linses weiterer Verbleib blieb im Dunklen. Drei Tage nach der Entführung demonstrierten am Rathaus Schöneberg 25000 Menschen mit dem Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter für Linses Freilassung. Bundestag, Bundesrat und US-Hochkommissar Walter J. Donelly protestierten, der Europarat und sogar die UNO beschäftigten sich mit dem Verschwinden des Juristen. Linses Frau Helga schrieb ein Telegramm an DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl. Doch zwecklos. Das DDR-Regime und seine sowjetischen Beschützer gaben sich ahnungslos: Mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt" kam ein für Linse bestimmtes Weihnachtspaket zurück. Über die Empörung in der freien Welt höhnte die SED-Zeitung "Neues Deutschland": "Ein Agent ist verloren gegangen".
Persoenlichkeiten
Im März 1953 ging der Westberliner Polizei Kurt Knobloch ins Netz. Er gestand, mit drei anderen Gewohnheitsverbrechern Linse verschleppt zu haben. Der Lohn der Stasi: für jeden Täter 1000 Westmark und eine neue Identität. 1960 gab das Sowjetische Rote Kreuz (SRK) bekannt: Linse ist 1953 in Moskau (!) gestorben, Ursache unbekannt. Kurz darauf das sowjetische Dementi. Die Nachricht des SRK wäre ein Schuldeingeständnis gewesen.
Erst das Ende der Sowjetunion 1990 ermöglichte eine Klärung von Linses Schicksal. Aus den jetzt einsehbaren Akten ging hervor, dass der sowjetische NKWD/KGB die Verschleppung Linses angeordnet hatte. Durchgeführt wurde die Tat von der Stasi. Die Mitwisser auf DDR-Seite waren der Chef der Auslandsspionage Anton Ackermann, der Stasi-Minister Wilhelm Zaisser und sein Vize Erich Mielke. Über das geplante Verbrechen informiert waren vermutlich ebenso DDR-Präsident Wilhelm Pieck, DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl und SED-Chef Walter Ulbricht. Dr. Walter Linse erlitt ein monatelanges Martyrium. Erst im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, dann in sowjetischer "Obhut" in Karlshorst und im berüchtigten Moskauer KGB-Gefängnis Lubjanka wurde Linse zum "Geständnis" gefoltert. Dennoch lieferte er keine anderen "imperialistischen Agenten" ans Messer. Von einem sowjetischen Militärgericht als Spion verurteilt, wurde Linse am 15.12.1953 erschossen. Ein stalinistischer Justizmord!
Persoenlichkeiten
Der Kidnapper Kurt Knobloch musste 1954 zehn Jahre ins Zuchthaus. Die anderen Beteiligten kamen davon. Knoblochs Kumpane wurden von der Stasi in Polen versteckt. Die Drahtzieher im SED-Politbüro starben noch vor der Wiedervereinigung. Erich Mielke starb am 21. Mai 2000 in Berlin.
Linses Leichnam wurde nach der Hinrichtung eingeäschert und verscharrt. Kein Grabstein erinnert an ihn, kein Denkmal wurde für Dr. Walter Linse errichtet. Allein die 1960 in Walter-Linse-Straße umbenannte Gerichtsstraße erinnert an den überzeugten Demokraten.
Quelle: bz-berlin
Persoenlichkeiten, weitere interessante Informationen unter: walter-linse.de und unser-walter-linse.org

 

 


 

Erich Basarke


(1878-1940)

Den Himmel über Chemnitz seit 1927 im Talkessel überragend, so zeigt sich der Chemnitzer Campanile, der Uhrenturm von Schubert & Salzer, als unübersehbare Symbiose von industriellem Fahrstuhlschacht und klinkerfarbener Stadtzier in art-deco-Version mit Glocke und Uhr: 63 Meter Industriepracht. Architekt Erich Basarke ist der Vater, sofern man die Geldgeber als Mutter ansehen will.
Gegenwärtig ist Basarkes Name wieder öfter im Sprachgebrauch junger Leute: Tietz-Mitarbeiter sagen "im Basarke" wenn sie etwas im Anbau Moritzstraße zu erledigen haben. Basarke soll bald noch mehr in Chemnitzer Munde kommen, denn das Voxxx zieht um in die "Kammer der Technik" an der Annaberger Straße: Für dieses Grundstück ersann Erich Basarke im Architektenwettbewerb das Gebäude "Chemnitzer Neueste Nachrichten". Überhaupt hatten mehrere massive Basarke-Bauten das Glück, unzerbombt zu bleiben oder rasch wieder enttrümmert zu werden: Frisch saniert zeigt sich heute das Medienhaus an der Carola-Straße, ebenfalls ein "echter Basarke".

Basarke

Am Johannisplatz erhob sich die "Staatsbank der DDR" über den Tresorkellern, bis kürzlich die Bundesbank/Landeszentralbank an die Zschopauer Straße umziehen wollte. Dort am Johannisplatz war auch mit Blick in die Innere Johannisstraße Basarkes Büro, seit er das Bankhaus für den Chemnitzer Bank-Verein (später Commerzbank) errichtet hatte. Und noch ein Blick-fang: Am Falkeplatz dominiert mit leicht konkaver Front die "Deutsche Bank" - sein Entwurf von vor 1924. Allein vom ebenso stattlichen Gebäude der "Allgemeinen Zeitung, Brückenstraße" blieb nach 1945 nur ein Trümmerhaufen übrig - Baugrund später für die "Freie Presse", als sie noch "Volksstimme" hieß.
In den Stadtquartieren war Erich Basarke für kraftvolle Fabrik- und Repräsentationsbauten von 1912 bis 1941 im Geschäft: Reinecker, Union, Pfauter, Wanderer. Soeben verweist der Bildband "Faszination Kaßberg" zudem auf die beachtlichen Villen dort, denen Basarke Gestalt gab; hier sei als Memento für den dort 1938 ermordeten Tietz-Direktor Hermann Fürstenheim allein der von Fürstenheim beauftragte Umbau der Villa Weststraße 13 durch Basarke bedenkenswert notiert.

 

Gymnasium


Basarke kam 1904 nach Chemnitz. Ohne Abschluss verließ er die Dresdner Akademie, fing im Chemnitzer Hochbauamt als Hilfsarchitekt an. 30jährig machte er sich mit Zapp als Kompagnon selbständig. Die Liebe kam ins Spiel: 1912 Hochzeit mit der Chemnitzer Fabrikantentochter Susanne Reinecker. An der Ulmenstraße nahe des Industriemuseums ist der Erweiterungsbau der Diehl-Werkzeugmaschinenfabrik Union inzwischen eine beeindruckende Brache von Denkmalswert. Vom Reinecker-Werk an der Bernhardstraße, einem ausladend imponierenden Areal, ist seit dem Kriegsbombardement nichts übrig geblieben. Schubert & Salzer oder Pfauter in Altchemnitz waren Basarkes Auftraggeber: Dieser Stil war Chemnitz. Auch sichtbar an den Wanderer-Werken in Schönau oder dem heutigen Goethe-Gymnasium. Die Theater- und Hotelbauten Erich Basarkes (Kammerlichtspiele, UFA-Palast am Markt), die Gemütlichkeit des berühmten Cafés "Michaelis" in der Königstraße leben noch heute, Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung - schwärmend, doch ohne Verklärung - in den Erinnerungen vieler Senioren.

 

Basarke


Die heute häufigeren Erwähnungen Basarkes im Tietz hängt mit dem Anbau Moritzstraße zusammen. Dieser Erweiterungsbau war 13 Jahre nach der Inbetriebnahme des Warenhauses (1913 - Architekt Prof. Wilhelm Kreis) entstanden, nachdem Basarke zuvor einige Innenumbauten (Lebensmittelhalle im 4. Stock, Konditorei im 2. Stock) als einer der besten Architekten dieser Zeit ausgeführt hatte. Nun folgte 1926/27 der vierstöckige Anbau Moritzstraße für Werkstätten, Lager und Kontore - nach den Kriegsangriffen zuerst wieder als ERWA (dank Walter Müller) und später als Konsum-Warenhaus genutzt. Für die heutigen "Schnittstellen" zwischen dem öffentlichen Objekt "DAStietz" und dem eher internen Basarke-Haus hat der Architekt Tino Fritzsche behutsam gesorgt, immerhin Bausubstanz, die einer vierten Nutzungsperiode zugeführt werden sollte.
Erich Basarkes Grab ist auf dem Städtischen Friedhof zu finden, in jenem Areal im Süden, das er zu Anfang seines Arbeitslebens mit Gefallenen-Denkmalen und künstlerisch gestalteten Erbbegräbnissen für Reinecker und andere Chemnitzer Fabrikanten ausgestaltet hat.
Quelle: Addi Jacobi
Persoenlichkeiten

 

 



Louis Tuchscherer

geb. 23.01.1847 in Schönheide; † 21.11.1922 in Chemnitz

Von Schönheide aus brach Louis Tuchscherer auf, bei Schönherr in Chemnitz Arbeit zu finden. Dass er einst mit einer selbstgebauten, ja aus eigener Motorkraft fahrenden Draisine zur Jungfernfahrt aufbrechen wollte, hatte er sich längst in den Kopf gesetzt.
Gern glauben wir seiner Biographin, dass er lieber weniger zu Biere ging als zu basteln, zu probieren und jeden Pfennig für eine kleine Werkstatt zusammenzuhalten. Die gab es dann tatsächlich bald an der Hauboldstraße 29, der Betrieb kam in Gang, und bald stellte der Meister Gesellen und Lehrlinge ein. Die nächsten Szenen spielen dann schon rasch gegenüber, denn der Jungverheiratete kaufte das Haus 21 mit dem großen Hinterhaus für seine Werkstatt, wo durch vier Fenster Tageslicht hereinfiel. "Er hatte Erfindungen gemacht, die man gern gelten ließ", ist uns überliefert, "aber das waren alles Nebensachen gegenüber der großen Erfindung, die er vorhatte, den selbstlaufenden Wagen!"

 

Chemnitz


Die Tüftelei des Meisters konnte ringsum nicht verborgen bleiben, so dass zwei Stadträte just auch einen interessierten Durchreisenden auf Tuchscherer aufmerksam machten. Unser Chemnitzer war viel zu redlich, in Karl Benz einen Mann zu erkennen, der mit allerhand Sachverständnis Tuchscherers Vertrauen erwarb, ohne seine Finessen, die Früchte seiner Lebensleistung, zu schützen.
1880 war dann der 33jährige mit allen Arbeiten so weit, zur allerersten Chemnitzer Autofahrt aufzubrechen, eine Strecke hinein ins Chemnitztal, für die man zu Fuß drei Stunden Laufzeit zu rechnen hatte. Seine Erfindung zum Patent anzumelden, verschob er leider aus mancherlei Gründen.

Hauboldstrasse

ungefähre Lage von Tuchscherer`s Werkstatt an der Hauboldstraße

 

Als aber 1886 in den Zeitungen stand, ein Karl Benz habe "einen dreirädrigen, selbstfahrenden Wagen zum Patent angemeldet", musste er es wohl oder übel bei einem tiefen Seufzer bewenden lassen. Selbst als der Fachmann später Direktor eines größeren Sonneberger Werkes werden sollte, blieb Tuchscherer in der Stadt Hartmanns und Schönherrs, denen er als Technikpionier nachgeeifert hatte.
Als Louis Tuchscherer eines Tages sein Unikat, längst zur Sehenswürdigkeit geworden, dem Museum für Stadtgeschichte zum Kauf anbot und die Amtspersonen keine "Ankaufsmittel" auftreiben konnten, ging die Kostbarkeit kurzerhand nach Hilbersdorf zum Verschrotten. Wer weiß, was aus Tuchscherer geworden wäre mit einem Auto-Patent? Und ob dann auch Benzin Benzin hieße?
Beim Durchfahren der frischgetauften Tuchscherer-Straße im Chemnitzer Westen kann man ja mal kurz darüber nachdenklich lächeln.

Weitere Informatinen: Hanna Klose-Gregers "Die Kutsche ohne Pferde"

Quelle. Stadtstreicher.dePersoenlichkeiten

 

 


 

Paul Neefe

 

geb. 1507 in Chemnitz - gest. am 17. Oktober 1566 in Chemnitz

Im Ort Neef wurde Hanf angebaut. Neben Seilen sollten auch Tuche angefertigt worden sein. Man muss sich nicht im Reiche der Phantasie bewegen, wenn man vermutet, dass der namentlich erwähnte Auswanderer Hans aus Nefe seinen Beruf als Tuchmacher schon in Neef erlernt und ausgeübt hat. Gab es doch dort am Moselufer den Haargarten, in dem Hanf angebaut wurde. In der moselfränkischen Sprache nannte man Hanf Haar. Und aus Hanf-Fasern wurden Tuche gewebt.

Der Wohlstand des Geschlechtes erreichte seinen Höhepunkt zu Anfang des 16. Jahrhunderts vor dem Dreißigjährigen Krieg. So besaßen z. B. im Jahre 1600 der Ratsherr Zacharias Neefe und sein Bruder Paul, Tuchmacher, jeweils vier Häuser in der Stadt.
Ausgehend von Hans Neefe, über seine Nachfahren Hans I., Hans III., Jakob, übernahm Paul Neefe in der 5. Generation die Tuchmacherei. Er war noch keine 22 Jahre alt, als er 1528 / 29 als Tuchmacher in Erscheinung tritt. Das beste Geschäft machte er mit dem Handel seiner Tuche. Seine Fuhren gingen unter anderem nach Plauen, Regensburg, Linz, Breslau und Zwickau und umfassten von 1541 – 1564 2.877 Ballen Stoff was Rechnungsbeträge in Höhe von insgesamt 107.210 fl. ausmachte.

paul Neef

1559 ist Paul Neefe mit 8.000 Gulden der höchste Steuerzahler von Chemnitz. Am 25. März 1564, zweiundeinhalbes Jahr vor seinem Tode, wird Paul zum letzten Mal genannt. Das Geschäft übernahmen die beiden Söhne Paul und Zacharias.
Paul und Zacharias Neefe, erhielten am 4. April 1590 die Genehmigung, auch die Tuchfärberei zu betreiben. Sie durften auch fremde Stoffe bearbeiteten. Zugleich erhielten sie ein Privileg auf zwölf Jahre, dass ihnen während dieser Zeit innerhalb der Chemnitzer Bannmeile keine Konkurrenz entstehen solle. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, in welchem Chemnitz fast völlig zerstört wurde, ist das Vermögen der reichsten Familie der Stadt, auf ein Viertel des früheren Standes zusammengeschmolzen. Sie hat sich jedoch mit der Zeit wieder hochentwickelt, bis sie ein Brand so um das Jahr 1885 restlos vernichtet hat, wie es ein Zeitgenosse so gesehen hat.

Die große Chemnitzer Neefestraße liefert heute den Beweis, dass die Familie Neef nicht in Vergessenheit geraten ist.

Quelle: www.naves-historia.dePersoenlichkeiten

 


 

Uri Schalit

 

Zu einem Kurzbesuch weilte am 01. Oktober 2010 Herr Uri Schalit aus Tel Aviv in seiner Geburtsstadt Chemnitz.
Uri Schalit (Jahrgang 1922) war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Israel ausgewandert und lebt seitdem in Tel Aviv. Jetzt wird der knapp 90-jährige zum dritten Mal Chemnitz besuchen und möchte dabei seinem Sohn und der Schwiegertochter sowie der Enkelin seine alte Heimatstadt zeigen und insbesondere dabei auch die drei verlegten Stolpersteine zur Erinnerung an von den Nationalsozialisten verschleppte und ermordete Familienangehörige. Für die drei Stolpersteine hat Uri Schalit die Patenschaft und Finanzierung übernommen, konnte aber zur offiziellen Verlegung der Steine am 12. Juni 2010 in Chemnitz nicht nach Chemnitz kommen. 

schalit

Meer Schalit wurde 194o verhaftet, ins KZ Sachsenhausen verschleppt, wo er im März 1940 starb. Hanni Schallt ging 1939 nach Breslau, wurde von dort ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet. Sina Schalit wurde im März 1943 ebenfalls nach Auschwitz deportiert und umgebracht.
Uri Schallt hingegen kämpfte in der britischen Armee gegen die Faschisten und geriet in deutsche Gefangenschaft. Doch Ende 1944 konnte er fliehen, schlug sich drei Monate zu Fuß durch Deutschland, getarnt in der Uniform der Hitlerjugend. Tagsüber habe er sich versteckt, nachts sei er durch die Wälder gezogen. Bis er in die Hände von Amerikanern geriet, sie überzeugte, ein Jude in getarnter Uniform zu sein, und von ihnen nach England in Sicherheit gebracht wurde.
Dort erlebte er das Kriegsende, ging dann zurück nach Palästina, wurde Postbeamter und Briefmarkenhändler. Und sprach nicht mehr über den Krieg.

Schalit

Aber von seiner Kindheit in Chemnitz, von seiner Schulzeit dort, von seiner Mutter, die, als er erst fünf Jahre alt war, an Krebs starb — davon erzählte er den eigenen Kindern.
„Mit seinen Geschichten aus Chemnitz bin ich groß geworden", erzählt der Sohn, der nach seinem Großvater Meer benannt ist und seinen Vater bereits in der Vergangenheit nach Chemnitz begleitet hat. In den vergangenen Jahren habe sein Vater auch langsam vom Krieg erzählt.
Trotz allem: Mit Deutschland hat die Familie offenbar ihren Frieden gemacht. „Vor allem in meiner Generation", sagt die 25-jährige Enkelin Shlomit, die zum ersten Mal nach Chemnitz mitgekommen ist, „ist das kein Problem. Wir lieben zum Beispiel Berlin, weil das eine coole Stadt ist. Und wir wissen, dass wir die Leute in unserer Generation nicht für etwas verantwortlich machen können, das so lange zurückliegt." Nur wenn sie Deutsche sehe, die sehr alt seien, schleiche sich die Frage in den Kopf: Auf welcher Seite stand dieser Mensch im Krieg? „Aber die Dinge ändern sich, das Leben geht weiter", sagt Shlomit. „Nur vergessen, das wollen wir nicht."
Persoenlichkeiten

 

 







Folker Weißgerber
Gertrud Caspari
Unternehmerfamilie Federmann
Max Kegel
Karin Winter
Baurat Dr. Ing. Georg Laudeley
Christian Wehner
Bischof Konrad Zdarsa
Dr. Wolfgang und Erdmuthe Steinkopf
Günter Naumann
Marie Pleißner
Paul Bernhard Zeitschel
Paul Cammann
Georgius Agricola
Paul Bertz
Michael Degen
Adolf Diamant
Generaloberst Johannes Frießner
Franz Xaver Rewitzer
David Federmann
Richard Hartmann
Ernst Heilmann
Charlotte Hagenbruch
Friedrich Carl Heckert
Stephan Hermlin
Christian Gottlob Heyne
Wolfgang Lötzsch
Max Littmann
Fritz Lichtenstein (Perez Leshem)
Kurt Müller
Prof. em. Dr. Ing. Frei Otto
Louis Schönherr
Richard Tauber
Peter von Zahn
Hans Carl von Carlowitz
Wolfgang Weidlich
Katharina Witt

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